Liebe Leser,
eigentlich wollte ich Ihnen in dieser Ausgabe etwas über unsere Erfahrung mit Vorratshaltung schreiben, aber dann wurde ich in der letzten Woche auf zwei Dokumente aufmerksam, die für mich ein anderes Thema ins Zentrum meiner Vorsorge-Bestrebungen rückten: Das Risiko eines Magnetsturms, mit Auswirkungen auf die Aktivität der Sonne.
Diese Befürchtung ist im Grund nichts Neues, aber sie erhält neue Aktualität durch die Warnungen eines Boeing-Ingenieurs, der in einem Diskussionsboard im Internet einige Aufmerksamkeit erregte. “The Sun is already reacting to ‘forces’ we can’t see”, schreibt er, und genau dies hatten wir ja auch im NEXUS-Magazin mit der Artikelserie von David Wilcock dokumentiert: Irgendetwas in unserem Sonnensystem sorgt dafür, dass sämtliche Planeten nie zuvor gesehene, teilweise spektakuläre Veränderungen durchlaufen. Die Frage ist, was dieses “etwas” sein könnte, und beim Lesen des Dokuments “The coming” wird dann spätestens klar, dass die derzeit wohl am besten begründete Vermutung über die Ursache in einer interstellaren, hochenergetisierten „Wolke“ magnetischen Materials gründet, die vor kurzem von der NASA am Rande unseres Sonnensystems entdeckt wurde.

Warum ist diese Wolke für uns von Bedeutung? Weil der gegenwärtige Sonnenzyklus 24 allen Vorhersagen zufolge uns mit einer gesteigerten, wenn nicht bedrohlichen Steigerung von Sonnenaktivität konfrontieren wird, die für sich allein genommen eigentlich schon genug Gefahrenpotential darstellen könnte, um ins Grübeln zu kommen. Und zweitens, weil diese hochenergetische Wolke dann möglicherweise das Fass … äh, die Sonnenaktivität, komplett zum Überlaufen bringen könnte. Schon jetzt zeigen sich auf der Sonnenoberfläche gigantische Spannungsbögen elektrischer Aktivität, „Filaments“ genannt, die nie zuvor beobachtet wurden.

Die hier angesprochenen Phänomene haben leider nichts mit Verschwörungstheorien zu tun und sind wohl eher als harte Fakten einzuordnen. Sehen Sie sich hierzu einfach die entsprechenden Quellen in den beiden oben zitierten Dokumenten an.
Als weitere Quellen würde ich Ihnen diesen Artikel der Kollegen vom Kopp Verlag empfehlen oder das folgende Video:
Auch Mainstream-Medien warnen vor Sonnenstürmen
Es fällt mir auf, dass es sogar in den öffentlich-kontrollierten Schnarch-Medien (Fernsehen, Boulevard-Presse) eine Tendenz gibt, die Gefahr elektrischer Stürme aus dem All zu thematisieren. Das für mich frappierendste Beispiel war die Entscheidung der HÖRZU-Redaktion(!?), dem 2012-Bestseller-Autor Dieter Broers Raum für ein Interview zu geben, das dort, gelinde gesagt, doch etwas aus dem üblichen thematischen Rahmen fällt. Warum hat man das wohl erlaubt?
Können wir daraus schließen, dass wir in der nächsten Zeit mit häufigen Störungen durch elektromagnetische Phänomene und Strahlungen aus dem Weltall rechnen können? Das kommt darauf an, was Sie unter der „nächsten Zeit“ verstehen. Wenn ich die o.g. Dokumente richtig interpretiere, dann ist davon auszugehen, dass sich unser Sonnensystem ab jetzt etwa 10.000 Jahre lang uns durch diese magnetische Wolke hindurchbewegen wird. Es könnte Sinn machen, sich darauf einzustellen, dass auf der Erde Ausfälle technischer Dienste von der Ausnahme zur Regel werden, insbesondere von Einrichtungen die mit Stromversorgung und Telekommunikation zu tun haben.
Es könnte natürlich auch sein, und das scheint der Kern der Befürchtungen des Boeing-Ingenieurs zu sein, dass der eine oder andere dieser kosmischen Entladungsvorgänge bei uns auf der Erde einen EMP (elektromagnetischen Impuls) erzeugt – einen „Energie-Stoß“, der mit einem Schlag sämtliche elektronischen Bauteile durchschmort und damit die meisten Autos genauso zum Stillstand bringen würde wie Beatmungsgeräte in Krankenhäusern und wohl auch die Trafokerne der großen Stromerzeuger. Ein großer Trafokern, habe ich mehrfach gelesen, kann übrigens gar nicht ohne weiteres auf die Schnelle ersetzt werden. Die Wiederherstellung könnte sogar teilweise Monate oder Jahre dauern. Man braucht also gar nicht viel Phantasie um zu erkennen, dass ein solches EMP-Desaster unseren Planeten um mehrere hundert Jahre zurückwerfen – und viele, viele Tote fordern würde.
Sorgen: nein. Vorsorgen: ja.
Aber statt ob solcher Gefahren zu verzagen, sollten wir lieber nachsehen, welche Möglichkeiten sich uns bieten, die persönlichen Auswirkungen solcher „Herausforderungen“ zu minimieren. Und siehe da: ein paar Handlungsoptionen sind durchaus gegeben. Man könnte sie vielleicht grundlegend in zwei grundsätzliche Problemstellungen trennen:
- Wie bekomme ich Strom, wenn das Netz ausfällt?
- Wie schütze ich mich und meine Geräte vor einem EMP?
Für diese Ausgabe des Newsletters schlage ich vor, es wegen der Komplexität des Themas beim Punkt 1 zu belassen. Über den Punkt 2 werde ich aber ggf. auch noch berichten.
Also, wie bekommen wir Strom? Ich gebe ungern Binsenweisheiten von mir, aber Strom, wenn er nicht aus der Leitung kommt, ist leider schwierig herzustellen und je mehr Sie davon brauchen, desto teurer wird es. Natürlich wäre es schön, wenn wir hier irgendetwas einsetzen könnten, was in Richtung Freie Energie geht, und da wäre natürlich zuallererst die „freie“ Energie der Sonne zu nennen.
Photovoltaik: Nur bedingt vorsorgetauglich
Falls Sie also eine Immobilie besitzen UND falls Ihr Standort über gute Einstrahlbedingungen verfügt, wie das vor allem für Bewohner des Südens von Deutschland zutrifft, dann könnte die neue Gesetzeslage für Sie ein Anreiz sein, sich eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach zu stellen. Aber ich persönlich werde damit noch ein kleines Weilchen warten, bis die nächste Innovationswelle losbricht. Bisher war es ja so, dass so gut wie jeder, der sich eine solche Anlage aufs Dach stellte, den Strom nicht selbst verbrauchte sondern zu geförderten Tarifen an den Stromnetzbetreiber verkauft. Das macht sich in sonnenreichen Gegenden wie bei uns im Allgäu zwar durchaus bezahlt – aber ein Umstellen der Anlage, so dass man im Bedarfsfall den Strom auch selbst verbrauchen kann, ist bei derzeitigen Anlagen jedenfalls nicht von vorneherein gegeben. Das neue Gesetz sieht aber nun vor, dass eigenverbrauchter Strom ab sofort höher vergütet wird als wenn man ihn ins Netz des Stromerzeugers einspeist. Daher dürften in nächster Zukunft eine Reihe von flexiblen Insellösungen angeboten werden, bei denen der selbsterzeugte Strom entweder selbst verbraucht oder verkauft werden kann. Wobei ich selber eine dritte Option anpeilen möchte, mit der ich den Strom nicht nur selbst verbrauchen sondern alternativ auch zuerst noch in Batterien zwischenspeichern kann. Lösungen mit Batteriespeichern heißen bisher noch „Insellösungen“ und gelten als teuer – nicht zuletzt weil die benötigten Batterien normalerweise sehr ins Geld gehen.
Bedini-Technologie: Aus alt mach neu
Wenn man hier experimentierwillig ist, könnte man jedoch vielleicht ein wenig Geld sparen, indem man sich für den Einsatz von Bedini-Technologie entscheidet. Bedini, ein amerikanischer Erfinder, der sich zuerst als Hersteller von High-End HiFi-Geräten einen Namen gemacht hat, gilt mittlerweile als Begründer einer Batterie-Ladetechnik, die alte Batterien wieder neu macht, bzw. vielleicht sogar noch besser als sie je waren. Ich selber habe mir mehrere dieser Ladegeräte gekauft, zusammen mit einem Satz gebrauchter Solarbatterien, die ich günstig bei Ebay ersteigern konnte. Mittlerweile gibt es noch ein neues Bedini-Ladegerät, das speziell für den Einsatz mit batteriegestützten Photovoltaik-Anlagen konzipiert ist und die Leistung der PV-Anlage um 30 Prozent steigern soll. Auf diesem Weg würde sich wohl auch die sonst eher unwirtschaftliche Anschaffung einer Insellösung rechnen.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass die Bedini-Technologie auch noch weitere Facetten hat, die in Aussicht stellen, demnächst Ladegeräte auf dem Markt zu sehen, die in den Batterien mehr Strom erzeugen, als man für den Betrieb des Laders selbst braucht. Dann hätten wir tatsächlich Freie Energie. Dieses Thema bewegt derzeit viele, viele Leute auf der Welt, und auch wir vom NEXUS-Magazin sind in das Thema eingestiegen.
Mini-Lösungen
Aber auch wenn eine voll ausgebaute Photovoltaik-Anlage für Sie derzeit nicht als Lösung Ihrer Vorsorge-Probleme in Frage kommt, sind selbst ein mobiles PV-Panel und ein paar Blei-Akkus durchaus eine interessante Sache, um im Krisenfall zumindest die wichtigsten Kleingeräte wie Computer oder Telefon betreiben zu können. Das ist jedenfalls eine viel leichter zu überblickende Lösung, als wenn Sie anpeilen, im Notfall Ihr ganzes Haus komplett mit Batteriestrom zu versorgen. Ein Blick auf die amerikanische Amazon-Website zeigt, wie stark der Markt für solche Minimal-Lösungen mittlerweile angewachsen ist. In Deutschland sind solche Geräte hingegen noch sehr selten. Und objektiv betrachtet, ist der Nutzen solcher „Powerpacks“ natürlich auch sehr beschränkt, auch wenn sie im Notfall definitiv besser als nichts sind. Die meisten Menschen machen sich allerdings nicht klar, wie schwierig es ist, Batterien als Stromquelle für den kompletten Alltagsbedarf zu nutzen, wenn wir mal von kurzfristigem Bedarf wie etwa der Starthilfe für ein Auto mit leerer Batterie oder dem Betrieb von bescheidenen Kleinverbrauchern absehen.
Meine Batterie, das unbekannte Wesen
Über Batterien wirklich Bescheid zu wissen, ist überhaupt eine Lebensaufgabe für sich – ganz abgesehen davon, dass die meisten Leute eigentlich nur die Frage interessiert, wie groß ihre Batterie sein müsste, um dieses oder jenes Gerät zu betreiben. Die Frage „Wieviel Leistung kann ich aus meiner Batterie herausholen?“ lässt sich leider nicht leicht beantworten, denn die meisten Menschen übersehen, dass (Blei)-Batterien lieber nicht voll belastet werden sollten, wenn man ihre Lebenszeit im vernünftigem Rahmen will. Zu deutsch: Entlädt man eine Batterie, bis sie leer ist, tut ihr das nicht gut. Entlädt man sie zu schnell (=fordert man zu viel Strom in zu kurzer Zeit), tut ihr auch das nicht gut. Als günstig für die Erhaltung der Lebensdauer einer Batterie gilt die sog. C-20-Entladungsrate.
Sehen wir uns mal ein konkretes Beispiel aus meinem eigenen Haus an:
Ich habe einen Kellerraum, den ich mit einer Infrarot-Heizscheibe von Redwell beheizen möchte – übrigens eine sehr angenehme und auch relativ kostengünstige Art zu heizen. Diese Heizscheibe nun hat einen Stromverbrauch von 600 Watt. Im gleichen Raum habe ich eine Batteriebank mit 16 Hagen 12V-Solarbatterien à 130 Ah stehen, die ich mal günstig bei Ebay gekauft habe. Daneben steht ein Spannungswandler, der mir den Batteriestrom in 220V umwandelt, die ich für meine Redwell-Scheibe brauche. Nun kommt die entscheidende Frage:
Wieviele meiner Batterien muss ich in Reihe schalten, um a) meine Redwell-Heizung zu betreiben und b) die Batterien dabei nicht schneller als mit der C20-Rate zu entladen?
Ich rechne dafür als erstes die Anzahl von Ampère aus, die meine 600W-Heizung bei 12V verbraucht, und zwar nach der Formel P=U*I, bzw. gleich umgestellt:
P (Watt) / U (Volt) = I (Ampère)
600 Watt dividiert durch 12 Volt ergibt 50 Ampère. Die würden aus meiner Batterie herausfließen, wenn ich nur eine davon an den Inverter hängen würde. Das wäre aber taktisch unklug, denn gleichzeitig weiß ich, dass ich meine Batterien nicht schneller als mit C20 entladen möchte … Was wiederum bedeutet, dass ich aus einer 130Ah-Batterie nicht mehr als 6,5 Ampère/Stunde herausholen sollte, wenn ich sie nicht schädigen will. Sie erinnern sich: Ich brauche für den Betrieb meiner Heizung aber 50 Ampère. 50 dividiert duch 6,5 ist 7,69. Jetzt habe ich die (vernünftige) Anzahl meiner Batterien mit je 12 Volt und 130 Ah, die ich benötige, um nur diese eine Heizung zu betreiben.
ACHT solcher Batterien benötige ich also theoretisch (und jede davon wiegt ca. 40 kg und kostet um die 200 Euro neu), um nur diesen einen Raum zu heizen. (Ok, das stimmt natürlich nicht wirklich, denn mein Thermostat würde die Heizung sicher nur schubweise an- und abschalten, und als Entladungsgeschwindigkeit könnte ich deshalb vielleicht auch mit der Rate von C10 arbeiten, die einer doppelt so schnellen Entladungsgeschwindigkeit entspricht. Dann bräuchte ich nur 4 Batterien einzuplanen. Aber eigentlich sollte ich eine zweite Batteriebank haben, um sie parallel zu laden, während die erste Bank entladen wird. Dann reden wir also doch wieder über 8 Batterien. Die 16, die ich bei Ebay in gebrauchter Qualität ersteigert habe, kosteten übrigens 650 Euro (und einen Fuffi für den Nachbarn, der so nett war, mir die Dinger mit seinem Transporter zu holen – mit einem Pkw geht das nicht mehr.)
Kurz & gut: Sagen wir, Sie haben, so wie wir, ein großes Haus, das von der Dämmung her nicht gerade Niedrigenergie-Standard aufweist. In diesem Haus laufen fünf Computer mehr oder weniger Tag und Nacht und mehrere Dutzend anderer Geräte von Router über Kaffeemaschine befinden sich in ständig entweder im Betrieb oder im Standby-Modus, dann darf es Sie nicht überraschen, wenn – wie bei uns gerade geschehen – das E-Werk eines Tages einen Jahresverbrauch von sagenhaften 30.000 Kilowatt-Stunden abrechnen will. Ich wage mir nicht vorzustellen, wie groß die Batteriebank sein müsste, die ich bräuchte, um einen solchen Verbrauch in einer Art „Insellösung“ mit Batteriebänken und entsprechender Ladetechnik zu erlauben.
Zukunftsmusik
Für höhere Stromverbräuche kommen wir also allein mit Batterien selbst unter Einsatz aufladbarer Akkus und modernster Ladetechnik schnell an die Grenzen des Vernünftigen. Es könnte natürlich sein, dass auch im Bereich Batterien bald eine technische Innovation auf dem Markt auftauchen wird, daher würde ich selbst zu diesem Zeitpunkt kein großes Geld in die Hand nehmen, um eine ambitionierte Batteriebank zu kaufen. Sehen Sie sich beispielsweise diese Meldung an, die wir kürzlich in NEXUS brachten:
Forschern der Firma Ceramatec, Inc. ist es gelungen, eine neuartige Speicherbatterie zu entwickeln. Sie kann den aus Solar- oder Windenergie gewonnenen Strom so lange speichern, dass ein Haus einen Tag lang für nur wenige Cent damit betrieben werden kann.
Eines der größten Probleme der regenerativen Energiequellen besteht bisher darin, dass es keine Möglichkeit gibt, den in Spitzenzeiten erzeugten Strom lange genug zu speichern, damit er dann abgerufen werden kann, wenn gerade kein Strom erzeugt wird. Mit der neuen, nur etwa handgroßen Batterie von Ceramatec soll sich das aber ändern. Sie nutzt eine Natriumsulfat-Mischung, wobei Natrium und Sulfat durch eine Keramikschicht getrennt werden. Dadurch kann die Batterie bei deutlich niedrigeren Temperaturen als andere Batterien 20 bis 40 Kilowattstunden speichern. Sie kann pro Stunde bis zu fünf Kilowatt abgeben, was ausreicht, um den Großteil der Haushaltsgeräte zu betreiben.
Die Wissenschaftler rechnen mit einer durchschnittlichen Lebensdauer der Batterie von 3.650 Zyklen, was etwa einem Zyklus pro Tag über zehn Jahre hinweg entspricht. Bei einem Kaufpreis von ungefähr 1.500,- € pro Stück würde die Kilowattstunde so nur 0,02 € kosten. Nach Angaben der Firma ist die Batterie ab 2011 erhältlich.
Quellen: NaturalNews.com, http://tinyurl.com/344wsqf, 12.04.10; Greenoptimistic.com, http://tinyurl.com/3963nr9, 31.07.09
Zurück zur Basis: Konventionelle Notstromaggregate
Interessant sind solche Meldungen allemal, aber leider derzeit noch Zukunftsmusik. Wenn Sie, wie ich, nach einer Lösung suchen, die uns ab sofort Strom in ausreichender Menge garantiert, falls beim Stromerzeuger eine Panne passiert, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass auch im frühen 21. Jahrhundert kaum ein Weg an einem Benzin- oder Diesel getriebenen Notstrom-Aggregat vorbeigeht. Das ist jedenfalls die Konsequenz, die meine Familie und ich nach Durchdenken aller anderen Optionen gezogen haben. Neuzeitliche oder gar „grüne“ Lösungen: Sehr gerne, sobald sie wirklich existieren. Aber falls der Strom schon morgen ausfällt, hätte ich gerne auch schon jetzt eine Lösung. Und da bleibt nur das Notstromaggregat, mit allen Vor- und Nachteilen.
Den wichtigsten Nachteil zuerst: Es läuft nur mit Primärenergie, also mit Benzin oder mit Diesel. Der erste Nachteil bedingt den zweiten: Es ist laut. Drittens: Es stinkt.
Aber wenn Sie erst einmal gedanklich bereit sind, diese Nachteile zu akzeptieren, bleibt ab dann nur noch die Frage, welches Aggregat für Sie das richtige ist. Nun, das kommt wieder mal ganz darauf an … Zum einen natürlich auf die Frage, wie viel Geld Sie für ein Aggregat springen lassen können ohne größere Kopfschmerzen zu bekommen. Zweitens, ob Sie ein stationäres Aggregat haben wollen oder ein tragbares.
Klein aber fein
Wenn Sie in einer Etagenwohnung leben, bleibt eigentlich nur die mobile Lösung. Dafür hatte ich mich selbst auch entschieden, als wir noch in einem gemieteten Haus wohnten, wo die Aufstellung eines fest eingebauten Aggregats kein Thema war. Ich hatte mir damals eines dieser schicken, kompakten Maschinchen von einem der führenden japanischen Hersteller gekauft und habe das bisher auch nicht bereut. Als ich es kürzlich nach zwei Jahren zum ersten Mal wieder aus dem Keller ans Tageslicht schleppte und mit banger Erwartung einen Startversuch machte, wurde ich positiv überrascht: Beim dritten Anziehen des Starters sprang der Motor schon an.
Ich liebe dieses Gerät, denn im Rahmen seiner Möglichkeiten ist es das beste, was man kaufen kann. Doch könnte ich mit den 1000 Watt Dauerstrom, die mein Gerät leistet, unser Haus versorgen? Kein Drandenken. Ich habe Ihnen nachfolgend eine kleine Tabelle gebastelt. Sehen Sie sich da vielleicht mal an, welche Maschinen sich mit dieser Leistung zufrieden geben würden.
Die Max. Generatorleistung wird in kVA angegeben. Die Umrechnung in kW ist abhängig vom Verbrauchertyp. Setzen Sie der Einfachheit halber 1kVA = 1kW. Neben jedem Werkzeug oder Gerät ist jeweils die ca. Nennleistung in Watt angegeben; beachten Sie, dass einige Elektromotoren beim Start die 2 bis 3 fache Nennleistung benötigen.
Beispiele für Stromverbrauch

Sie sehen: Eine Glühlampe stellt auch für ein kleines Aggregat kein Problem dar. Ein Fernseher auch nicht. Beim Haartrockner, der 1000 Watt braucht, könnte es bei kleinen Stromerzeugern allerdings schon grenzwertig werden. Bedenken Sie auch, dass ein mobiles Stromaggregat seine Abgase einfach in die Gegend bläst. Sie können ein solches Gerät also nur im Freien betreiben. Für den Dauerbetrieb im Haus sind solche Geräte nicht geeignet oder erfordern zumindest die Installation einer Abgasleitung nach draußen.
Dick ist schick
Sehen Sie sich im Unterschied dazu dieses Eumel an:

So sieht die Lösung aus, für die wir uns im eigenen Haus entschieden. Es war buchstäblich das größte Aggregat, das wir gerade noch (mit Hilfe von fünf hauptberuflichen Allgäuern und einem Bergsteigerseil) die Kellertreppe hinunterwuchten könnten. Der Anschaffungspreis war irgendeine Zahl deutlich über 10.000 Euro (genauere Einzelheiten habe ich erfolgreich verdrängt). Die Kosten für die Aufstellung durch den Elektriker beliefen sich auf weitere tausende, und der feste Anschluss der Treibstoffleitung an die Diesel-Tanks unser Ölheizung, sowie der Bau und das Verlegen einer Abgasleitung ins Freie kosteten noch mal weit über zweitausend Euro, sodass wir alles in allem für diese Lösung etwa 20.000 Euro ausgegeben haben; das tat richtig weh.
Aber da wir in einem abgelegenen Haus auf dem Berg wohnen, wo man im Winter sich morgens erstmal den Weg freischaufeln muss, um überhaupt mal an die Schneefräse zu kommen, könnte ein längerer Ausfall der Stromversorgung zur falschen Jahreszeit ein echtes Problem werden. Und ich würde auch ungern in die Lage kommen, zwar ein schickes Notstromaggretat im Haus zu haben, aber keinen Treibstoff dafür. Daher kam für mich nur ein Diesel-Aggregat in Frage, dessen Treibstoffleitung ich direkt an unsere Heizöl-Tanks anschließen konnte.
Dreiphasig ist leider teuer
Was wir dann außerdem noch realisierten war die Tatsache, dass die Stromversorgung von Häusern ist in der Regel auf drei Phasen verteilt ist, um Überlastungen zu vermeiden. Wenn Sie also den von Ihrem Stromaggregat erzeugten Strom direkt in die Hausversorgung einspeisen wollen (und nicht nur per Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen), dann wird kein Weg um einen Drei-Phasen-Generator herumführen. Geräte dieser Art liegen leider in der gehobenen Preisklasse – vor allem wenn man auch noch auf eine gute Schalldämpfung Wert legt.
Was ich natürlich nicht bedacht hatte, als ich das Gerät anschaffte: Es wäre ja wirklich zu ärgerlich, wenn es tatsächlich einen EMP gäbe und ich dann feststellen müsste, dass natürlich auch die Elektronik meines Stromaggregats ihm gerade zum Opfer gefallen ist. Was uns zur Frage bringt, wie man seine Investitionen vor einem solchen Fall schützt. Aber dafür werde ich demnächst einen eigenen Newsletter schreiben.
Machen Sie’s gut, und bis zum nächsten Mal!
Thomas Kirschner
Newsletter 4, September 2010
Kommentare
21. September 2011, 01:08 Uhr, permalink
ReverendGreen
Ist die Frage der zuverlässigen Abschirmung gegen einen (L)EMP nicht erstmal die allerwichtigste?
Ich kann nicht ganz glauben, dass der Faradaysche K. ausreichend sein soll, denn dann wäre ja jedes Fahrzeug oder Rechner etc "sicher". Auch zB einen Inverter Generator mit entsprechender Elektronik würde ich ungern teuer anschaffen, um ihn dann im Notfall locker vom Puls durchbraten zu lassen.
Ich finde, die Frage der nicht ganz billigen Vorsorge steht und fällt mit der EINDEUTIG sicheren Abschirmung.
Ich forsche hier schon tagelang, ...finde aber nichts.
Wäre es nicht nett, zu diesem Punkt etwas zu sagen.....:-)....:-) ?
Sonst ein sehr schöner Beitrag.
Vielen Dank !
25. Oktober 2011, 23:19 Uhr, permalink
a.m.
Hallo,
ein namhafter Hersteller von DieselGeneratoren antwortet auf die Frage, ob deren Betrieb auch mit Heizöl ginge. „Nein. Relativ hoher Wasseranteil im Heizöl kann zu Schäden und hohem Verschleiß führen. Es wird aber geprüft, ob eine Freigabe bei Einsatz von entsprechenden Filtern erfolgen kann.“
Das ist zwar kaum nachvollziehbar, weil Wasser doch in jedem Öl nach unten sinkt, und ich hätte deshalb eine Frage: Hat Ihr Stromerzeuger einen derartigen Filter? Und was für ein Filter ist das?
Gut, das hier ist wahrscheinlich kein Frageforum. Dennoch vielen Dank für eine Antwort
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